Unterwasserlärm schädigt die Meere

Der Ozean war noch nie still. Das Rauschen der Wellen, die Bewegung von Fischen, Delfinen und Walen, die Rufe, Klicklaute und Gesänge, mit denen sie kommunizieren - dies alles gehört zur natürlichen Geräuschkulisse. Unnatürlich dagegen ist der von Menschen gemachte Lärm. 

Meeressäugetieren wie Schweinswalen und Delfinen setzt die Belastung durch Unterwasserlärm besonders zu. Durch den von Menschen gemachten Lärm können schwere Schäden entstehen, in manchen Fällen sogar Blutungen in Ohren, Hirn und lebenswichtigen Organen. Weil sie sich bei der Orientierung, der Kommunikation, der Partnersuche und der Jagd auf ihren Hörsinn verlassen, sind externe Lärmquellen für diese Tiere eine ständige Belastung. Die meisten unmittelbaren Schäden sehen wir nicht, weil fliehende oder sofort getötete Tiere nicht an die Oberfläche kommen. Aber vieles deutet darauf hin, dass die Wale, die letzten Sommer an der britischen Küste gestrandet sind, durch den Schall militärischer Sonarsysteme verletzt worden waren. Und es hört nicht bei Walen und Delfinen auf - Forschungsprojekte haben gezeigt, dass auch Fische und andere Arten gestört werden. 

An Land - insbesondere in Städten - schützen uns Gesetze vor dem Lärm durch Autos, Flugzeuge, Sirenen und Industrieanlagen. Lärm unter Wasser ist aber noch schlimmer, er bewegt sich schneller und weiter fort: die Belastung ist noch tausend Kilometer entfernt zu spüren. Jedes Schiff auf dem Meer, egal ob es auf Kreuzfahrt ist oder die Güter befördert, die wir kaufen, macht einen ohrenbetäubenden Lärm. Seismische Untersuchungen der Öl- und Gasindustrie stoßen wochen- oder monatelang alle 10 Sekunden Schallwellen aus, um fossile Brennstoffe unter dem Meeresgrund zu entdecken. Sonare der Marine, mit denen feindliche U-Boote aufgespürt werden können, verursachen ein ohrenbetäubendes Kreischen. 

Wir alle können unsere Gewohnheiten überdenken und etwas bewirken. Der große Wandel muss aber von unseren Regierungen kommen.

Wir fordern unsere Politiker*innen auf:

  • Reduzieren Sie die Geschwindigkeit von Schiffen

  • Fördern Sie innovative Technologien, die weniger Lärm verursachen

  • Setzen Sie sich für lärmfreie Meeresgebiete ein

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