Überfischung schädigt die Meere

Tummeln sich wirklich so viele Fische im Meer? Leider nicht mehr. Zurzeit konsumieren wir die Fische schneller, als sie sich fortpflanzen können. Das schadet nicht nur den Fischbeständen, sondern auch der Gesundheit unserer Meere und den Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit Fischerei verdienen.

Mit drei Reihen kleiner Zähne und seinem einen Meter langen mit kleinen Stacheln bedeckten Körper ist der Rundnasen-Grenadier lange nicht so süß wie ein Großer Panda - aber noch stärker gefährdet. Trotzdem hat der Rat „Landwirtschaft und Fischerei“ sein Versprechen, die Überfischung von Tiefseefischarten bis 2020 zu beenden, gebrochen und den Fang von mehr Grenadiers erlaubt als von Wissenschaftlern empfohlen wurde.

Wir haben einfach zu viele Fischereifahrzeuge für zu wenige Fische. Weltweit sind die Fischfangmengen doppelt so schnell gewachsen wie die Bevölkerung. Das Mittelmeer ist das am stärksten überfischte Meer der Welt; 90 % seiner Bestände sind übernutzt. Im nordöstlichen Atlantik sind heute 40 % der Bestände überfischt. Auch die Fischer*innen leiden unter dieser Situation, weil sie in den immer leerer werdenden Meeren härter arbeiten müssen, um überhaupt noch etwas zu fangen.

Manche Fangmethoden sind besonders schädlich, vor allem wenn sie nicht gezielt genug eingesetzt werden können. Die Grundschleppnetzfischerei beispielsweise zerstört Riffe und Seegraswiesen und vernichtet ganze Ökosysteme am Meeresgrund. Andere wahllose Fangmethoden fangen Haie, Meeresschildkröten, Seevögel, Delfine und andere Säugetiere sowie viele Fischarten mit, die nicht genutzt werden können. Jede Art ist Teil eines Ökosystems mit natürlichen Fressfeinden und Beutetieren und -pflanzen. Die Vernichtung einer Art hat auch Auswirkungen auf die Tiere und Pflanzen, die bisher von ihr gefressen wurden und von denen sie gefressen wurde, das heißt, das gesamte Ökosystem gerät aus dem Gleichgewicht.

Wir alle können etwas tun und nachhaltige Meeresfrüchte essen (einen Leitfaden für nachhaltigen Fischkonsum, den Good Fish Guide finden Sie hier), für die große Wende müssen jedoch unsere Regierungen sorgen.

Wir fordern unsere Politiker*innen auf:

  • Beenden Sie die Überfischung

  • Treten Sie für die Vermeidung von Beifang ein

  • Verbieten Sie zerstörerische Fangmethoden

Deutsch