Die Industrielle Landwirtschaft schädigt die Meere

Blühende Pflanzen sind nicht immer ein gutes Zeichen. Wenn die bodenverbessernden Nährstoffe, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, in Böden, Bäche und Flüsse und von dort ins Meer gelangen, überdüngen sie Algen und Plankton. Die Algenblüte verbraucht viel Platz, Licht und Sauerstoff; andere Arten müssen ausweichen oder sterben. 

Man kann den leuchtend grünen, roten oder braunen Teppich aus Algenblüten schon von weitem sehen. Oder schlimmer, man kann ihn riechen. Sie bedecken die Wasseroberfläche und lassen kein Sonnenlicht mehr durch – eine der Folgen der sogenannten Eutrophierung (Überdüngung). Die Blüten verbrauchen auch den Großteil des Sauerstoffs und lassen anderen Arten kaum eine Chance. Auch wir Menschen merken diese Folgen, nämlich an geschlossen Stränden und Badeverboten.. Wenn die Algen dann absterben, häufen sie sich auf dem Meeresboden, wo sie sich langsam zersetzen, dabei Sauerstoff verbrauchen und „Todeszonen“ schaffen, in denen nichts wächst und keine Tiere mehr überleben können. In der Ostsee gibt es heute eine Todeszone von der Größe Irlands

Algen blühen so stark, weil sie zu viel Nahrung haben. Regenwasser fließt durch Ackerböden, nimmt unterwegs Nitrate und Phosphate aus landwirtschaftlichen Düngern auf und spült sie in Bäche, Flüsse und schließlich ins Meer. Auch andere Formen der Landwirtschaft wie die Viehhaltung (Mist) oder Fischfarmen (Fischfutter und Kot) erhöhen den Nährstoffgehalt des Wassers. Wenn dann noch der Überlauf aus schlecht geplanten Abwassersystemen und nährstoffreiche industrielle Abwässer dazukommen landet man bei Meeren voller Nährstoffen… und Algen. 

Wir allen können unsere Gewohnheiten überdenken und etwas bewirken. Der große Wandel muss aber von unseren Regierungen kommen.

Wir fordern unsere Politiker*innen auf:

  • Fördern Sie eine weniger industrielle Landwirtschaft, in der weniger Dünger eingesetzt wird

  • Verbessern Sie die Behandlung von Abwässern aus Städten und Industriegebieten

  • Senken Sie die Mengen von organischen Abfällen aus Aquakulturen und von Schiffen

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